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M a g i e r   F a u s t

von

Niklaus Stöckli

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Premiere: 20.03.1999    20.00 Uhr



th-99-2.jpg"MAGIER FAUST" - das ist der Titel einer Bearbeitung des Faust-Stoffes, durch den Schweizer Niklaus Stöckli, der sich für seine Textfassung auf das Volksbuch, im Wesentlichen aber auf Goethes Urfaust und das Puppenspiel Doktor Johannes Faust von Karl Simrock stützt. (Über Letzteres gelangt etwa der derb - komische Einfaltspinsel Pickelhäring in das vorliegende Stück..)

Daneben baut Stöckli aber u.a. auch aus Heinrich Heines Ballettexposé Der Doctor Faust die hauptsächlich stummen Szenen der Geisterbeschwörung und eines ausschweifenden Hexensabbats mit ein - Elemente, die Aktion und Farbe ermöglichen, ja erfordern.

Stöckli hat seine Fassung, wie er im Untertitel ankündigt, als "Freilichtspiel" komponiert, das im August 1997 erstmals von der Klingnauer Theatergruppe als eine Art Breughelsches Spektakel realisiert wurde.

Auf das "Freilicht" verzichten wir - nicht nur angesichts der Jahreszeit unserer Aufführung - ebenso wie auf das historisierende Umfeld der Faustfigur.

th-99-3.jpgDenn über die komischen wie die "übernatürlichen" Elemente hinaus weist für uns dieser Text eine Reihe noch immer interessanter und gültiger Ansätze auf, die das spontane Interesse der Spielgruppe in der Phase der Stückauswahl weckte:

ein Mensch auf der Suche - unzufrieden mit den Grenzen, die ihm seine natürlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten setzen -

ein Mensch, der seine ethisch-moralischen wie religiösen Skrupel über Bord wirft in der Hoffnung auf neue Dimensionen des Glücks, in die vorzustoßen ihm vorgegaukelt wird -

ein Mensch, der trotz der unkonventionellen Wege, auf die er sich einlässt, seine angestammte Natur nicht ganz abtun kann und so nach kurzem, rauschhaftem Genuss - abermals und nunmehr endgültig - der Unzufriedenheit mit sich und der Welt anheimfällt.

Dieser Mensch - selbst Beute bezwingender Verlockungen - wird dabei auf seinem vorgezeichneten Weg in den Untergang zudem zum Verhängnis für eine von Kirche und Elternhaus sträflich unbedarft erzogene Kindfrau, an deren Ende sich die Frage gar nicht auftut, ob sie nun göttlich "gerettet" oder teuflisch "gerichtet" sei. th-99-4.jpg

Abweichend von den Erwartungen der Faustkenner haben wir einige bekannte Figuren freier gestaltet: Warum soll die Unterwelt nicht von einer Göttin - Hada - beherrscht werden, die mit ihren weiblichen Mitteln ihren Machtbereich prägt?

Goethes staubiger, knochentrockener Famulus Wagner lässt in seiner blasierten Buchgelehrtheit Raum für ein weibliches Pendant, das - in Anlehnung an das Volksbuch - nach Fausts endgültigem Scheitern ehrgeizig seinen Magisterposten übernimmt.

Und schließlich haben wir Stöcklis Konzept konsequent weitergedacht, indem auch dem vertrauten Faust-alter ego Mephisto zusätzlich die Heinesche weibliche Seite der Mephista beigesellt wurde (wohlgemerkt zeitgleich mit, aber in Idee und Ausführung unbeeinflusst von der aktuellen Weimarer Faust-Inszenierung!).

P.V

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Es spielten:

in der Reihenfolge ihres Erscheinens
CharonKonstantin Voigt, K12
HadaSteffi Minet, K13
Hexen und TeufelSwantje Paprotta,10e
Nina Stückler, 10e
Doreen Habicht, 11d
Magdalena Vetter, 11d
Mareike Dassow, 11e
Anja Krause, 11e
Eva Langer, 11e
Eva Kraus, K12
Anne Merklein, K12
Miriam Grimm, K13
Jana Wittenzellner, K13
Moritz Pompl, 11e
Thomas Bonn, K12
Manuel Schweiger, K12
Konstantin Voigt, K12
Alecs Geuder, K13
Faust Benjamin Krieger, K12
MephistaWendy Hein, K13
MephistoIlja Klemm, K13
Studenten-TeufelAnja Krause, 11eAnne Merklein, K12
EngelDoreen Habicht, 11d
WagnerinClarissa Fricke, K13
WagnerJohannes Romig, K12
Pickelhäring Jörg Szameitat, K13
Schlangenwesen Mareike Dassow, 11e
GreiferwesenDominique Mühlbauer, K13
unbeseelte FrauEva Kraus, K12
AltenMoritz Pompl, 11e
FroschManuel Schweiger, K12
SiebelThomas Bonn, K12
BranderAlecs Geuder, K13
HerzogThomas Bonn, K13
HerzoginMichaela Hruby, K12
HenkerDominique Mühlbauer, K13
CarlaSteffi Minet, K13
GauklerMiriam Grimm, K13Johannes Romig, K12
MusikantenClarissa Fricke, K13Doreen Habicht, 11d
Salomon Eva Langer, 11e
Balkis Magdalena Vetter, 11d
Samson Swantja Paprotta, 10e
Delila Nina Stückler, 10e
David Mareike Dassow, 11e
Goliath Dominique Mühlbauer, K13
Lene Miriam Grimm, K13
Marthe Jana Wittenzellner, K13
Stimme Konstantin Voigt, K12

Es wirkten mit:

Souffleuse Theresa Lienemann, K12
LichttechnikChristoph Büttner, 11a
Dominic Spreitz, 11a
Rainer Hungershausen, K12
Daniel Mai
Daniel Zobel, K12
Alexander Schober, 10a
Tobias Bergmann, 10a
MaskeMichaela Hruby, K12
Jana Wittenzellner, K13
Magdalena Vetter, 11a
KostümWendy Hein, K13Steffi Minet, K13
BühnenbildAlecs Geuder, K13Jörg Szameitat, K13
RequisiteClarissa Fricke, K13
Miriam Grimm, K13
Anne Merklein, K12
PlakatentwurfThomas Bonn, K12
Ilja Klemm, K13
Konstantin Voigt, K12
Techn. AssistenzDominique Mühlbauer, K13Manuel Schweiger, K12
RegieassistenzJohannes Romig, K12
MusikkompositionHans Kraus  
 techn. Leitung:
Walter Flintsch
 Regie:
Petra Vetter

Außerdem danken wir herzlich:
Herrn Ulrich Bollman, Verlag "Der Bote", für den Druck der Plakate
Frau Hein für die Hilfe beim Nähen
Herrn Kripl, Herrn Heger für die technische Mithilfe
der Schulleitung für ihre Unterstützung

  last update : 01.05.2018  
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