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Premiere :     Samstag,    18.03.2006
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Zum Stück und unserer Inszenierung:

"So was von niveaulos und unverschämt! Sich über Sprechstunden und Verordnungen lustig zu machen..." Molière legt selbstironisch diesen Vorwurf seiner Hauptfigur Argan in den Mund und lässt ihn damit begründen, weshalb er sich nicht zur Entspannung eine Molière-Komödie anschaut.

Seine vermeintlichen medizinischen Helfershelfer im Kampf gegen die eingebildeten Krankheiten dürften an einem gelasseneren Blick Argans auf sich und die Welt ebenso wenig interessiert sein wie seine junge, lebenshungerige Frau Béline und deren taktischer Stab. Allesamt haben sie sich vorgenommen, aus den Ängsten des hypochondrischen Familienvaters den größtmöglichen Profit zu schlagen - und er macht es ihnen leicht. Zwar jammert er über die ruinösen Rechnungsbeträge seines Apothekers, doch verbietet ihm sein blindes Vertrauen auch nur den geringsten Widerspruch gegen die rituell zelebrierten medizinischen Maßnahmen.
 

Nicht die Angst vor dem Schmerz oder vor der persönlichen Einschränkung durch die Krankheit kann es sein, die ihn veranlasst, all die sinnlosen, kräftezehrenden und entwürdigenden Therapien über sich ergehen zu lassen. Vielmehr nährt Argan offensichtlich die Hoffnung auf Unsterblichkeit - und das obwohl er formal zugunsten seiner jungen Frau ein obskures Testament aufsetzen lässt. Heimtücke und Eigennutz lassen sie als einziges Familienmitglied seinen Krankheitswahn mit dem gebotenen Nachdruck unterstützen, bis er sie endlich durchschaut.

Die ihm aufrichtig zugewandten Angehörigen und seine lebenskluge Zofe dagegen würden ihn gern aus seinem Irrglauben, selbst Dreh- und Angelpunkt der Welt zu sein, reißen und ihn wieder deren Genüssen zuführen.
 

Doch kann es höchstens als Teilerfolg gewertet werden, dass Argan letztlich deren Gutwilligkeit erkennt und seinen eigennützigen Plan aufgibt, seine Tochter gegen deren Willen mit einem verschrobenen "nützlichen" Arzt zu verheiraten. Als wirklich geheilt kann er leider nicht entlassen werden.

So zeitgemäß es erscheinen mag, die "teueren" Krankheiten zu thematisieren - wir haben uns dafür entschieden, dem Stück keine aktualisierende Inszenierung überzustülpen, um es nicht seines doch recht eigenen Charmes zu berauben. Allzu ernst und wirklichkeitsnah wollte selbst Molière seinen Argan nicht gesehen wissen, lebt er doch von der satirischen Überzeichnung seiner Fehleinschätzungen. Umso interessanter erscheint es uns, das Spannungsfeld zwischen seiner brüchigen Egomanie und dem unerschütterlichen Realitismus in seiner Umgebung zu beleuchten.


 
 
 
Wir hoffen, Sie können für knappe zwei Stunden Ihre großen und kleinen "Zipperlein" vergessen!

P.V.

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Es spielen:

Argan  der eingebildete Kranke

Julian Peters

K13

Béline  dessen zweite Frau

Susi Samson
Susanne Hübner

K13
11B

Angélique  seine ältere Tochter

Anja Sieber
Isabelle Tambakis

10E
10E

Luise  seine jüngere Tochter

Lena Chmel
Juzha Zillich

10E
10E

Béralde  Argans Bruder

Christian Macht

K12

Cléante  Angéliques Verehrer

Bene Stengl

K13

Dr. Diafoirus  Arzt

Simon Dreutter

K13

Thomas Diafoirus  sein Sohn

Sascha Achhammer

K13

Dr. Purgon  Argans Arzt

Julia Blackman

K12

Fleurant  Apotheker

Hannes Hißmann

10A

de Bonnefoy  Notar

Beni Szabo

K13

Toinette  Zofe bei Argan

Eva-Maria Jonas
Magdalena Mock

K13
11D

Frosine  Mutter Bélines

Regina Hufnagel

10E

Zofen und Lakaien

Lisa Bellmann
Stefanie Berger
Kyra Göbel
Corinna Kratzer
Manuel Künzel

8B
10B
9E
10B
11D


Es wirken mit:

Souffleusen

Verena Friedrich
Anne Egger

10C
11B

Licht

Moritz Stückler
Philip Bohmeyer
Julian Ellmer
Andreas Räbel
Manuel Schneider
Dominik Szabo

9C
9C
9F
9C
9C
10C

Bühnengestaltung

Simon Dreutter
Susi Samson

K13
K13

Maske

Julia Blackman
Magdalena Mock
Lena Chmel
Anja Sieber
Isabelle Tambakis

K12
11D
10E
10E
10E

Kostüm

Eva-Maria Jonas
Benedikt Szabo
Regina Hufnagel
Stefanie Berger

K13
K13
10E
10B

Requisite

Sascha Achhammer
Susanne Hübner
Corinna Kratzer

K13
11B
10B

Konzentrationsübung

Christian Macht
Lena Chmel
Juzha Zillich

K12
10E
10E

Plakatentwurf

Julian Peters
Beni Szabo
Simon Dreutter
Christian Macht

K13
K13
K13
K13


Musikalische
Gestaltung

Musikalische Leitung, Klavier

Wolfgang Völkl

K14

Konzeption und Komposition, Cello

Steffen Murau

K13

Percussion

Jeremias Pappert

K14


Leitung

Technik

Walter Flintsch

Regie

Petra Vetter


Außerdem danken wir herzlich:

Herrn Ulrich Bollmann, "Verlag der Bote", für den Druck der Plakate;
Frau Gisela Wiendl, für Näharbeiten;
Frau Karin Holzinger, für die Fotos;
den Hausmeistern, der Verwaltung, dem Kollegium und der Schulleitung
für Hilfe Verständnis und Unterstützung
 
und
den tatkräftigen Müttern für die ausgezeichnete Verpflegung
sowie Corinna Friedrich und Anna Hißmann für ihre engagierte Mithilfe
während der Theatertage in Grafenbuch!


  last update : 01.05.2018  
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