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Premiere :     Samstag,    24.03.2007
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Zum Stück und unserer Inszenierung:

"...in Herrn Ubu [können Sie] beliebig viele Anspielungen sehen oder eine simple Kasperlefigur, in die ein Pennäler einen seiner Lehrer verzerrt hat, der für ihn der Inbegriff alles Grotesken war."

Dergestalt vage führt Alfred Jarry 1896 in der Vorrede zur offiziellen Uraufführung des Ubu roi seine Titelfigur ein.

Was als bloßer Schülerulk eines Fünfzehnjährigen begann, schaffte so den viel beachteten Sprung auf die renommierte Bühne des Théâtre de l'Œuvre in Paris. Jarry hatte gemäß den Wünschen der Schauspieler starke Striche vor allem in den letzten beiden Akten vorgenommen, um ein einigermaßen verständliches Stück "von unfehlbarer Komik" zu gewinnen.

Dennoch löste bereits das erste auf der Bühne gesprochene Wort einen heftigen Theaterskandal bei dem pikierten Pariser Publikum aus. Das Stück wird von der Kritik als "ein Gewebe an Dürftigkeiten, mit maßlosen Fäkalspäßen eines flachen Geistes" abgetan, ist doch die Handlung rasch umrissen: "Ubu treibt Verschwörung, tötet den König, macht sich selber zum König, wird seinerseits gestürzt und flieht (...)".

Doch wäre mit dieser dürren Silhouette nicht erklärlich, weshalb Alfred Jarrys schwarze Komödie als die Geburtsstunde des modernen Avantgarde-Theaters gilt.

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Über den oft absurden Schockeffekt hinaus führt Jarry mit seinen beiden Hauptfiguren eben jenes Gefährlich - Abgründige vor Augen, das sich hinter der Biedermann-Maske von "Vatter" und Mutter Ubu verbirgt:

Seine Feigheit und Großmäuligkeit werden kompensiert von ihrer Machtgeilheit und ihrer Hinterlist. Seine Gefräßigkeit und sein Geiz finden eine Steigerung durch ihre dümmliche Selbstgerechtigkeit und plumpe Anzüglichkeit. Ihre Skrupellosigkeit lässt seine Grausamkeit bis zum allumfassenden Massaker überschießen.

Diese düster-komische Figurenzeichnung nimmt nicht nur offensichtlich Anleihe bei Shakespeares Macbeth oder Heinrich VI., sie spiegelt sich offensichtlich auch in realen Machthabern des 20. Jahrhunderts. Und spätestens hier endet die Hanswurstiade, die Jarry einem Publikum anzubieten scheint, das auf bloß drastisches Vergnügen aus ist.

Die Vielschichtigkeit der nur scheinbar so platten Hauptfiguren liefert uns denn auch abermals den Anlass, sie in jeweils vier Typen aufzudröseln, die sich wechselseitig ergänzen und in ihrer Wirkung verstärken. Neben der drastischen Kürzung des Schlusses ist dies aber nicht die einzige Änderung der Textvorlage. Die Hinzufügung eines "roten Fadens" ermöglicht - ein wenig auch in Anlehnung an den antiken Chor - auf einer weiteren Ebene die von Jarry angelegte ironisierende Distanzierung und Kommentierung der nicht immer logisch und kontinuierlich sich entwickelnden Spielhandlung.

"Was die Handlung betrifft, die jetzt beginnt, so spielt sie in Polen, das heißt Nirgendwo."

P.V.

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Es spielen:

Vatter Ubu

als Großmaul
als Eitler und Geizhals
als Vielfraß und Schwein
als Feigling

 

Christian Macht
Julia Blackmann
Sebastian Kögel
Kyra Göbel

K13
K13
10a
10e

Mutter Ubu

als Machtgierige
als Hinterlistige
als Einfältige
als Gewöhnliche

 

Magdi Mock
Stefanie Berger
Corinna Kratzer
Felix Röser

K12
11b
11b
10b

Hauptmann Tatzensaum

 

Lisa Bellmann

 9c

König Wenzeslas

 

Hannes Hißmann

11a

Königin Rosemunde

 

Susanne Hübner

K12

Boleslas

 

Sarah Samson

10b

Ladislas

 

Felix Vestner

11d

Bubelas

 

Simon Reuter

10c

Gen.Lascy, Rensky, Kaiser Alexis

 

Manuel Künzel

K12

Pfahlgeister

Zinne
Keil
Sparren

 

Mirjam Roth
Theresia Raum
Alena Fraaß

10f 
10d 
10f

Soldaten, Finanziers

 

Annika Schreiner

10c

Adelige, Gerichtsherren, Ratsherren

 

Anna Egger

K12

Schreiber

 

Hannes Hißmann

11a

Bauern, M. Federovitsch, Volk

 

Lydia Böckelmann

10c

Ganze Polnische Armee

 

Sarah Samson

10b

Ganze Russische Armee

 

Felix Vestner

11d

Roter Faden

 

Juzha Zillich
Anja Sieber
Isabelle Tambakis

11e 
11e 
11e


Es wirken mit:


Souffleusen

 

Lisa-Marie Edelhäuser
Johanna Frommert
Nicole Merklein

10c 
10c 
10c

Licht

 

Moritz Stückler
Andreas Räbel
Manuel Schneider
Hannes Stromer v. R.
Dominik Szabo
Patrick Zelt

10c 
10c 
10c 
10c 
11c 
10a 

Bühnengestaltung

 

Manuel Künzel
Anna Egger
Hannes Hißmann
Simon Reuter
Lisa Bellmann

K12
K12
11a
10a
 9e

Maske

 

Julia Blackmann
Magdi Mock
Corinna Kratzer
Anja Sieber
Isabelle Tambakis
Verena Friedrich

K13
K12
11b
11e
11e
11e

Kostüm

 

Stefanie Berger
Alena Fraaß
Annika Schreiner
Lydia Bökelmann

11b
10f
10c
10c

Requisite

 

Susanne Hübner
Anna Egger
Manuel Künzel
Theresia Raum
Lisa Bellmann

K12
K12
K12
10d
 9e

Konzentrationsübungen

 

Christian Macht
Juzha Zillich

K13 
11e 

Plakatentwurf

 

Christian Macht
Magdi Mock

K13 
K12 


Musikalische
Gestaltung

Percussion

 

Felix Vestner
Bene Stengl
Wolle Völkl

11d 
K14 
K16 

Konzeption und Komposition

 

Wolle Völkl

K16


Leitung

Technik

 

Walter Flintsch 

 

Regie

 

Petra Vetter 

 

Außerdem danken wir herzlich:

Herrn Ulrich Bollmann, "Verlag der Bote", für den Druck der Plakate;
den Hausmeistern, der Verwaltung, dem Kollegium und der Schulleitung
für Hilfe Verständnis und Unterstützung
 
und
den tatkräftigen Müttern für die ausgezeichnete und reichhaltige Verpflegung
sowie Verena Friedrich und Bene Stengl für ihre engagierte Mithilfe
während der Theatertage in Grafenbuch!
 

 
  last update : 01.05.2018  
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