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Aufführungstermine:    16.03.,    17.03.,    19.03.2013    jeweils 20:00
 

 
Ödön von Horváth

 
Hin und Her


 

  "Das sind halt so die kleinen Ungerechtigkeiten des menschlichen Lebens!", philosophiert der Grenzposten Szamek auf Havliceks Frage, warum er nicht auch nach seinem Bankrott in dem Land bleiben darf, in dem er sein ganzes Leben zugebracht und seine Steuern gezahlt hat. Auf einmal soll er in seine „Heimat“ abgeschoben werden, in das Land, mit dem ihn nichts verbindet außer seiner Geburt. Und das sieht sich genauso wenig zuständig für den Ausgewiesenen. Eine groteske Situation!

  So grotesk wie die unreflektiert tradierte Feindschaft der Staaten X und Y, angesichts der unübersehbar engen Beziehungen zwischen den Bürgern im Grenzgebiet: natürlich kennt man sich, auch wenn man sich grundsätzlich misstraut. Mindestens ebenso grotesk muss dem Zuschauer das "Hin und Her" der Regierungschefs erscheinen, die verhandeln wollen und doch die Grenzen ihrer Politikerrolle – und ihrer privaten Schwächen - nicht überschreiten können. Oder die Tatsache, dass große und kleine Schmuggler und Eva auf dem Weg zu ihrem Konstantin diese Grenze nicht wirklich als ein Hindernis betrachten. Sie erweist sich in diesem Stück als eine verquere papiererne Idee von Politikern, die von ihren braven Exekutivorganen auch gegen die eigenen Interessen verteidigt wird.

  "Hin und Her" ist ein grotesk überzeichnetes Lustspiel im schlichten Gewand, in dem spießige Pappkameraden einen armen, arm gewordenen, braven Bürger drangsalieren. Da braucht es dann schon himmlischen Beistand, in der - von uns nachträglich eingefügten - Figur eines kommentierenden und im Hintergrund agierenden „Szenenengels“ mit oft grenz­über­schreit­enden irdischen Bedürfnissen und Ansichten, wenn es aus ihren festzementierten Grenzen noch einen Ausweg geben soll.

  Und schließlich sind sie trotz ihrer Borniertheit irgendwie auch alle zu verstehen: Frau Hanusch auf ihrer sentimentalen und doch ganz handfesten Suche nach privatem Glück ebenso wie Thomas Szamek, der das Beste für seine Tochter möchte und die Frau des Privatpädagogen, die sich nicht länger ihrem „Gatten“ unterordnen will, aber auch keine anderen Verhaltensmuster kennt.

  Eine Komödie geht gut aus - das gehört zu der Definition der Gattung, aber das so offensichtlich konstruierte Happy-End demonstriert geradezu eine weitere Grenze. Die zwischen der Fiktionalität der Bühne, auf der ein friedliebender "deus ex machina" mit einem einfachen Schriftstück die Grenzen öffnen kann, und der Realität der Grenzzieher und Grenzposten auf dieser Welt.

  Grenzziehungen und –überschreitungen haben wir in der aktuellen Inszenierung denn auch in anderer Hinsicht als Herausforderung gesehen: das Hin und Her, das Spiel mit Maskerade und Schein, das der Text anlegt, haben wir weiter getrieben und alle Rollen gegengeschlechtlich besetzt. Dabei kamen interessante Erkenntnisse zustande über geschlechtsbedingte Sichtweisen und Verhaltensunterschiede. Manches ist dabei sicherlich im Klischee stecken geblieben, immer wieder hat es uns aber auch die Augen geöffnet, dass man sich selbst nicht als das Maß aller Dinge sehen darf.

P.V.  
  
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Es spielen
Ferdinand Havlicek  
  
Mara Göbel
Q12
  
 
Thoma Szamek  
  
Nina Schultz
Q12
  
 
Eva, seine Tochter  
  
Ben Westerath
Q12
  
 
Konstantin  
  
Cassandra Perl
10c
  
 
Mrschitzka  
  
Marlis Balzert
10e
  
 
Vavrinek  
  
Alena Oberste-Schemmann
10e
  
 
Frau Hanusch  
  
Jakob Meisel
Q12;
  
 
Privatpädagoge  
  
Sarah Christl
Q11
  
 
Seine Frau  
  
Phillip Link
Q12
  
 
Schmugglitschinski  
  
Lisa Zerna
10c
  
 
Frau Leda  
  
Jan Daumin
10e
  
 
Schmuggler  
  
Rachel Hoepfner
9c
  
 
Regierungschef X  
  
Maxi Hess
10e
  
 
Sein Sekretär  
  
Antonia Lutz
9c
  
 
Regierungschef Y  
  
Jessica Laschinger
9d
  
 
Szenenengel  
  
René Kardós
Q12
  
 
 
Es wirken mit
Souffleuse  
  
Verena Sohdi
Q12
  
 
Licht und Ton  
  
Leon Schuster
Mark Brieger
Tobias Brieger
Felix Rösner
10a
10a
10a
7e
  
 
Videomitschnitt  
  
Johanna Hörl
Q12
  
 
Plakat und Bühnenbild  
  
Nam Anh Vu
Q12
  
 
Maske  
  
Nina Schultz
Cassandra Perl
Johanna Oheimer
Kaja Czurilla
Q12
10c
10e
- - -
  
 
Frisuren  
  
Frau Ina Middlemiss
 
  
 
Kostüm  
  
Jakob Meisel
Marlis Balzert
Alena Oberste-Sch.
Q12
10e
10e
  
 
Requisite  
  
Mara Göbel
Sarah Christl
René Kardós
Q12
Q11
Q12
  
 
Konzentration  
  
Ben Westerath
Maxi Hess
Q12
10e
  
 
Musik  
  
Maximilian Leonhardt
Q12
  
 
techn.Leitung
 
Walter Flintsch, StD i.R.  
 
 
Regie
 
Petra Vetter, StDin  
 

Wir danken herzlich: 
Wolfgang Völkl für die maßgeblichen Inspirationen bei der musikalischen Gestaltung;
Herrn Steffen Bollmann, Verlag "Der Bote", für den kostenlosen Druck der Plakate;
Felix Röser für die Fotos; Frau Ina Middlemiss für die Frisuren;
den Hausmeistern, der Verwaltung, dem Kollegium und der Schulleitung
für Hilfe, Verständnis und Unterstützung.

  last update : 01.05.2018  
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