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Nachwuchs-Akteure des Leibniz-Gymnasiums überzeugten

Schultheater inszeniert Ayckbourns „Konfusionen“

aus: "Der Bote" vom  24.03.2015
 

 
 
 
Mama-Maschine Lucy (Antonia Lutz, links) kann auch vor den Nachbarn Terry (Jan Daumin, Mitte) und Rosemarie (Bianca Karsch, rechts) nicht abschalten.     Foto: F.E.Walter


 
   ALTDORF - Die Theatergruppe des Leibniz-Gymnasiums hat heuer die „Konfusionen“ des britischen Autors Alan Ayckbourn auf die Bühne gebracht. Letzte Aufführung ist am heutigen Dienstag um 20 Uhr.

Das Licht geht an. Wir sehen eine gestresste Mutter, die im Nachthemd ihre Wohnung putzt und Ermahnungen ins Kinderzimmer bellt. Das Licht geht aus. Umbau im Dunkel. Licht an. Ein Snob diskutiert mit der Kellnerin wegen seiner Tischreservierung. Licht aus. Umbau. Licht an. Fünf Frauen sitzen in einem Park. Auch diese Szene dauert nur Minuten. Licht aus. Umbau. Licht an. Zurück zur Mutter.

Für ein Stück mit dem Titel „Konfusionen“ geht es bei der Premiere am Samstagabend äußerst diszipliniert zu auf der Bühne in der Theateraula des Leibniz-Gymnasiums: Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk basteln die zwölf Jungschauspieler aus nur sieben Kisten und einer Topfpflanze mal Park, mal Wohnzimmer, mal Restaurant. Ihr Timing ist perfekt, die Wechsel sind stimmig. Gespannt rutschen die Zuschauer bis an die Stuhlkante. Nach einer knappen Stunde ist die Inszenierung vorbei und man wundert sich, wie schnell die Zeit verflogen ist.

Laut der Vorlage des britischen Autors Alan Ayckbourn wären sogar fünf Einzelstücke vorgesehen. „Aber zwei der Szenen haben uns nicht überzeugt, die haben wir gestrichen“, erklärt Studiendirektorin und Regisseurin Petra Vetter.

Die verbliebenen drei Szenen spielen die Jugendlichen mit einer großen Professionalität, die man bei Schultheatern selten erlebt. Da wäre Antonia Lutz als Mutter auf Autopilot, die weder das läutende Telefon noch die zickende Nachbarschaft (Bianca Karsch und Jan Daumin) aus der Routine wirft. Oder jene fünf exzentrischen Damen im Park (Josefin Weinert, Lena Meyer, Iris Helmreich, Esther Buntfuß und Vivien Dorsch), die einander herrlich amüsant auf den Zeiger gehen. Oder die beiden Paare im Restaurant (Jan Daumin, Lisa Zerna, Jakob Albrecht und Romy Eichler), deren Ehen zerbrechen, während eine stoische Kellnerin (Philine Hilderscheid) gnadenlos ihre Bestellungen abarbeitet.


Sorgen um Nachwuchs

Kaum zu glauben, dass eine solche Truppe Nachwuchssorgen plagen. „Manche Schüler haben leider die Einstellung: Theater ist uncool“, versucht Studiendirektorin Vetter den schleichenden Mit­glieder­schwund zu erklären. Mit aktuell zwölf Schauspielern auf und einem guten Dutzend Helfern hinter der Bühne steht die Theatergruppe des Leibniz-Gymnasiums noch besser da als die Gruppen anderer Schulen. Doch die Aufführung im nächsten Jahr soll sowohl für Regisseurin Vetter als auch für den langjährigen technischen Leiter Walter Flintsch die letzte sein. Nach gut 25 Jahren Theaterarbeit ist dieser Ruhestand verdient. Trotzdem schmerzt der Verlust. „Da ist die Wirtschaftkrise ein Dreck dagegen“, kommentiert ein Schüler diesen Schritt. Für die Schulleiterin Regina Fleischer gibt es aber keinen Zweifel, dass die Theatergruppe weiterbestehen soll: „Wir werden sicher jemanden finden, der das weiterführen wird. So was darf nicht wegbrechen, das Theater gehört einfach dazu.“

Am heutigen Dienstag, 24. März, findet um 20 Uhr die letzte Aufführung von „Konfusionen“ in der Theateraula des Leibniz-Gymnasiums statt. Telefonische Reservierungen sind über das Sekretariat möglich: 09187 409150.


Frank Erik Walter

 
  last update : 01.05.2018  
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