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Jean Tardieu


 

Die Liebenden

in der

Untergrundbahn

Zum Stück und seiner Inszenierung:

Das zweiaktige Stück spielt zunächst auf dem Bahnsteig einer U-Bahn-Station, wo in kurzen und kürzesten Intermezzi die unterschiedlichsten Menschen aufeinandertreffen, einander wahrnehmen oder auch nur aneinander vorbeigehen, ohne dass jemals ein Zug einträfe. Wenige kennen sich – oder vielmehr meinen sich zu kennen, andere versuchen auf die eine oder andere Art Kontakt zu knüpfen, wieder andere bemühen sich, gerade dies zu vermeiden. Dabei ist der Bahnsteig stets nur Durchgangsstation, der allenfalls schlaglichtartig menschliche Eigenarten, Wünsche, große oder kleine Nöte aufscheinen lässt.

Aus der Anonymität dieses oft wortlosen sich Kreuzens löst sich ein junges Paar, das glaubt, soeben im Anderen die Liebe des Lebens getroffen zu haben. Einem roten Faden gleich, taucht es immer wieder auf in der sich verändernden Zusammensetzung der Wartenden und lässt ausschnitthaft teilhaben an der raschen Veränderlichkeit von Gefühlen.

Im zweiten Akt ist die räumliche Unverbindlichkeit des Bahnsteigs unvermittelt der drangvollen Enge in einem überfüllten Bahnabteil gewichen. Bereits bekannte und neu hinzugekommene Passanten stehen einer Wiederannäherung des inzwischen entzweiten Liebespaares buchstäblich im Weg. Um an sein Ziel zu gelangen, muss sich der junge Mann zumindest kurzzeitig ihren jeweiligen Sehnsüchten und Ängsten aussetzen, die sie dem Fremden nur allzu freigiebig zur Schau stellen und die letztlich alle darin gipfeln, wie wichtig es wäre, als Individuum wahrgenommen zu werden.

Eingeschoben in die Episoden dieser losen Handlungskette entlarvt und verhandelt an einem Auskunftsschalter des U-Bahnhofs eine rätselhafte Beamtin das sinnleere Leben eines Ratsuchenden bis zur letzten Konsequenz.

Zum Autor:

Jean Tardieu (1903 – 1995) verfasste neben surrealistischer Lyrik besonders mehrere Einakter, die in der Tradition des französischen absurden Theaters stehen. Zweifellos zu den bekanntesten dieser Kurzstücke, die unter dem Sammeltitel Théâtre de chambre – Kammertheater - 1955 erschienen sind, zählt Les amants du métro (Die Liebenden in der Untergrundbahn). Dabei kombiniert er in seinen Stücken mehr als andere Autoren dieser Richtung unheimlich-Phantastisches mit Alltäglichem, lyrisch-Poetisches mit Abstraktem.

Eines seiner Lieblingsthemen ist die Rhythmik von Sprache – deren begriffliche Verzichtbarkeit für Verständigung er gleichzeitig auf den Prüfstand stellt in seiner Ballettkomödie ohne Tanz und Musik, wie er Die Liebenden... untertitelt.

Zur Gruppe:

Der Mut unserer beiden im letzten Jahr verbliebenen männlichen Theaterspieler hat tatsächlich angesteckt – vier neue Jungs haben sich getraut, die Spielergruppe aufzustocken. Aber genauso wichtig ist uns natürlich der weibliche Zuwachs von fünf Neuntklässerinnen, so dass sich der harte Kern von neun Spielbegeisterten aus dem Vorjahr auf einen Schlag verdoppelt hat. Durch einen Neuzugang in der Technik und dank zweier neuer Soufflierstützen ist die Gruppe nun auf wieder stattliche 23 Mitglieder angewachsen – so viele, wie schon lange nicht mehr.

Wir freuen uns über diese Tendenz und jede(n) Einzelne(n), die/ der die Freude an der Bühnenarbeit für sich entdecken will!

Zur Leitung:

Nach nunmehr 23 Jahren Theaterarbeit mit der Oberstufengruppe möchte ich mich von Ihnen – dem treuen Publikum – und euch – all den derzeitigen und ehemaligen Mitwirkenden – verabschieden. Auch mein „Mitstreiter“ in der Technik und in unzähligen anderen, unschätzbar wichtigen Tätigkeitsfeldern, Walter Flintsch, beendet nach sogar 33 Jahren seine aktive Theaterzeit. Dass wir diesen Schritt bewusst gemeinsam, aber sicher nicht leichten Herzens tun, wird jeder verstehen, der die Arbeit mit Gruppen kennt, die einem – auch in immer wieder neuen Zusammensetzungen – sehr ans Herz wachsen können und der weiß, wie wichtig es ist, sich bei aller Kreativität stets blind aufeinander verlassen zu können.

Da unsere Nachfolge gesichert ist – Agnes Voss-Boerschmann kann nicht nur ihre Erfahrung aus der Unterstufengruppe in die Regiearbeit bei „den Großen“ einbringen und hat mit Rudi Linhardt einen zuverlässigen Technik-Manager an der Seite - können wir diesen Schritt auch ruhigen Herzens tun und uns darauf freuen, zukünftig neugierig im Publikum zu sitzen.

Petra Vetter  
  
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Es spielen:
 
  In der U-Bahn
 
SIE
Romy Eichler
Q12
 
 
ER
Jakob Albrecht
Q11
 
 
2 Damen
 
Jessica Laschinger
Clara Rauh
Q11
9c
 
 
Altes Ehepaar
 
Sabrina Wolfsteiner
Christoph Hackner
9c
10b
 
 
Herr + Freundin
 
André Barthel
Josefin Weinert
9a
Q11
 
 
2 Lesende
 
Joshua Eizenhöfer
Frederik Heinze
9b
9a
 
 
Studentin + Student
 
Iris Helmreich
Joshua Eizenhöfer
Q11
9b
 
 
Tante + Nichte
 
Bianca Karsch
Anja Beck
Q11
9c
 
 
2 Politiker
 
Christoph Hackner
Frederik Heinze
10b
9a
 
 
2 Ausländerinnen
 
Sophie Brackenhammer
Ingrid Holzmann
9c
9c
 
 
Dolmetscherin und
Zeitungsleserin
Esther Buntfuß
 
Q11
 
 
 
Beleidigte Dame
Bianca Karsch
Q11
 
 
Klempnerin
Jessica Laschinger
Q11
 
 
Vermeintlicher Star
Josefin Weinert
Q11
 
 
Verschwindende
Iris Helmreich
Q11
 
 
     In mehreren weiteren stummen Rollen:
 
 
André Barthel ∗ Anja Beck ∗ Sophie Brackenhammer
Joshua Eizenhöfer ∗ Christoph Hackner ∗ Frederik Heinze
Ingrid Holzmann ∗ Clara Rauh ∗ Sabrina Wolfsteiner
 
 
Am Schalter
 
Beamtin
Antonia Lutz
Q12
 
 
Kunde
Jan Daumin
Q12
Es wirken mit:
 
 
Soufflierend
 
Susanne Weniger
Mark Laschinger
Q11
9a
 
 
Licht– und Tontechnik
 
 
Maximilian Greger
Felix Rösner
Niklas Reinhard
10c
10c
10b
 
 
Plakatentwurf
Iris Helmreich
Q11
 
 
Maske
 
Esther Buntfuß
Bianca Karsch
Q11
Q11
 
 
Kostüm und Requisite
 
 
 
 
Romy Eichler
Antonia Lutz
Jessica Laschinger
Josefin Weinert
Jakob Albrecht
Q12
Q12
Q11
Q11
Q11
 
 
Konzentration
Jan Daumin
Q12
 
 
Techn. Leitung
Walter Flintsch  
StD i.R.
 
 
Regie
Petra Vetter  
StDin
 
 
 

Wir danken herzlich:

Herrn Ulrich Bollmann, Verlag "Der Bote":
für den kostenlosen Druck der Plakate;
den Hausmeistern, der Verwaltung,
dem Kollegium und der Schulleitung:
für Hilfe, Verständnis und Unterstützung.

 
  last update : 01.05.2018  
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